Gagenspiegel

Gagenspiegel

Wir wollen Dir helfen, eine angemessene Gage für Deine Arbeit zu verhandeln.

Es wird noch immer zu wenig über Gage gesprochen, und die Unterschiede an einem Theater in derselben Produktion können sehr unterschiedlich sein. Daher wollen wir Dir helfen, eine angemessene Gage für Deine Arbeit zu verhandeln.

Nehmen wir an, Du hast gerade ein Vertragsangebot von einem Theater bekommen. Die Information, was an diesem Theater in letzter Zeit für ähnliche Leistungen bezahlt wurde, würde Dir bei den nun anstehenden Gagenverhandlungen helfen. Nur – wie kannst Du an diese Information kommen?

An dieser Stelle kommen wir ins Spiel. Theapolis ist seit 20 Jahren zuverlässiger Partner für Theater und Theaterprofis. Wir haben die Zielgruppe und die Reichweite, um diese Informationen von ausreichender Qualität von unseren Mitgliedern zu erhalten. Außerdem haben wir die Kompetenz, diese Daten professionell, anonym und sicher zu verwalten und Dir in angemessener Form Auskunft zu geben.

Im Frühjahr und Sommer 2020 hat Theapolis zusammen mit einer Testgruppe aus Mitgliedern einen wichtigen Schritt gewagt und angefangen den Gagenspiegel zu erschaffen.

Wir haben da also einen Nerv getroffen. Hier ein paar Reaktionen auf unsere Gagenspiegel-Idee:

“Ich finde diese Idee wirklich super!”
“Da bin ich sofort dabei. Transparenz und faire Bezahlung sind ein MUSS, leider aber eine Seltenheit…”
“Vielen, vielen Dank für euer grandioses Projekt!”
“Schon oft habe ich darüber nachgedacht, wie man das wohl umsetzen kann.”
“Danke für die Initiative! Ich hätte es toll gefunden, hätte ich mich früher als Berufsanfängerin auf solch eine Datenbank stützen können und finde es prima, dass ihr dieses ,Monstrum‘ angeht!”

Die Basis des Gagenspiegels ist der laufende Austausch. Nur mit Deiner Mithilfe und der Mithilfe anderer Kolleg*innen können wir die Daten in unserer Datenbank aktuell halten:

Du stellst uns Deine Theater-Verträge zur Verfügung. Wir sammeln die Daten und strukturieren sie, selbstverständlich anonymisiert. So wächst unser umfassender, aktueller Gagenspiegel stetig.

In einem persönlichen Gespräch geben wir unsere gesammelten Erkenntnisse in Form von Gagen-Auskünften an Dich weiter. Die Bedingung für eine Gagen-Auskunft ist, dass Du uns im Vorhinein mindestens einen Vertrag selber zur Verfügung stellst und dass Du zum Zeitpunkt der Auskunft Premium-Mitglied bist.

Weitere Infos zu den Auskunftsbedingungen findest Du hier.

Wir veröffentlichen den Gagenspiegel nicht im Internet, sondern geben Dir Gagen-Auskünfte ausschließlich in persönlichen Gesprächen via Zoom oder Skype

Viele Gagen-Informationen müssen erklärt werden – man kann z.B. nicht einfach Vorstellungsgagen isoliert betrachten. Es macht einen großen Unterschied, ob man im Repertoire-Betrieb zwei Vorstellungen eines großen Klassikers pro Monat spielt, oder 30 Weihnachtsmärchen hintereinander, mit täglichen Doppelvorstellungen. Daher geben wir unsere Auskünfte verantwortungsvoll im persönlichen Dialog. Rückfragen und Erläuterungen sollen selbstverständlich möglich sein.

Stelle uns eine Auskunfts-Anfrage per E-Mail an gagenspiegel@theapolis.de. In Deiner Anfrage nennst Du uns dann das Theater und was für eine Gage Dich interessiert (Beruf, Rolle, Produktion, Inszenierungs-Eckdaten). Wir prüfen dann, ob wir genug Informationen für eine Auskunft haben und melden uns innerhalb von 48h bei Dir.

Bitte beachte, dass es sich bei dem Gagenspiegel um ein Gemeinschaftsprojekt handelt. Es kann nur erhalten werden, wenn viele Kolleg*innen mitmachen und ihre Gagen-Informationen teilen. Wenn wir nicht genügend Gagen-Informationen über ein Theater bekommen haben, werden wir zu diesem Theater keine Auskunft geben.

Die Bedingung für eine Gagen-Auskunft ist, dass Du uns im Vorhinein mindestens einen Vertrag selber zur Verfügung stellst und dass Du zum Zeitpunkt der Auskunft Premium-Mitglied bist.

Der Gagenspiegel bedeutet für uns bei Theapolis eine Menge Arbeit: Wir müssen die Infos aus den Arbeitsverträgen anonymisieren und in unsere Datenbank einpflegen. Auch die Gagen-Auskunft und die Korrespondenz mit unseren Mitgliedern kostet Zeit und damit Geld.

Voraussetzung für eine Gagen-Auskunft ist, dass Du zum Zeitpunkt der Auskunft Premium-Mitglied bist und uns vorher mindestens einen Vertrag zur Verfügung stellst – eine Ausnahme machen wir bei Berufsanfänger*innen mit Abschluss innerhalb der letzten drei Jahre. Die Kosten für eine Gagen-Auskunft staffeln sich wie folgt:

bei Zusendung eines Vertrages im Vorfeld der Gagen-Auskunft: 50 €
…bei zwei Verträgen: 45 €
…bei drei Verträgen: 40 €
…bei vier Verträgen: 35 €
…bei fünf Verträgen: 30 €

Bitte beachte, dass Du Gagen-Auskünfte ausschließlich per PayPal oder Überweisung zahlen kannst.

Du kannst uns Arbeits- bzw. Werkverträge der letzten drei Jahre von Theatern und theaterähnlichen Betrieben zusenden. Bitte sende Deine Verträge an gagenspiegel@theapolis.de.

Bitte beachte, dass wir ausschließlich Vertragsdokumente annehmen und in unsere Datenbank einfließen lassen. Es reicht nicht aus, uns eine Text-E-Mail mit Gageninformationen zu schicken, da wir diese Angaben nicht verifizieren können.

Du kannst uns Deine Verträge in den gängigen Formaten (PDF, JPEG) senden. Bitte achte darauf, dass Deine angehängten Dateien eine Gesamtgröße von 20 MB nicht überschreiten. Deine Verträge sollten gut zu lesen sein. Fasse jeden einzelnen Vertrag möglichst in einem Dokument zusammen. Sollte Dir das nicht möglich sein, weil Du zum Beispiel Fotos der einzelnen Seiten gemacht hast, schicke bitte für jeden Vertrag eine einzelne Mail, damit wir nichts verwechseln.

Deine Verträge werden von uns anonymisiert und nur für den Gagenspiegel ausgewertet und danach sofort gelöscht. Wir speichern keine personalisierten Daten. Wir speichern auch keine zurückverfolgbaren Rollennamen oder -bezeichnungen.

Ja, mach gern alle personenbezogenen Daten (Name, Adresse, Kontaktangaben usw.) in den Verträgen unkenntlich, wenn Du das kannst. Diese Daten brauchen wir nicht. Zur Auswertung müssen aber folgende Vertragsinhalte sichtbar bleiben: Auftraggeber (Theater), Produktion, Position, Entlohnung, Spesen und Datum.

Es gibt dazu ein Gerichtsurteil vom Landesarbeitsgericht Mecklenburg-Vorpommern aus dem Jahr 2009. Das Gericht hat in seinem Urteil festgestellt, dass eine Klausel, wonach Arbeitnehmer*innen verpflichtet sind, über ihre Arbeitsvergütungen auch gegenüber Arbeitskolleg*innen Verschwiegenheit zu bewahren, unwirksam ist.

Diese Klausel hindere den/die Arbeitnehmer*in nämlich daran, Verstöße gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz im Rahmen der Lohngestaltung gegenüber dem/der Arbeitgeber*in erfolgreich geltend zu machen. Zudem verstoße die Klausel gegen den Artikel 9 Abs. 3 Grundgesetz, denn letztendlich dürfte der/die Arbeitnehmer*in dann nämlich wegen der Klausel auch ihrer/seiner Gewerkschaft keine Mitteilungen über ihre/seine Lohnhöhe machen. Hier kannst Du das ganze Urteil lesen.

Quelle: https://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Urteile_Verschwiegenheitsklausel_LAG_Mecklenburg-Vorpommern_2Sa183-09.html

Marc Grandmontagne, der Geschäftsführer des Deutschen Bühnenvereins hat auf Anfrage dazu 2018 folgendes geschrieben:

“Sie hatten mich gebeten, zu prüfen, ob der Bühnenverein in die Mitgliedschaft kommunizieren könnte, dass eine Regelung im individuellen Arbeitsvertrag, die zum Stillschweigen über die Gage verpflichtet, unwirksam ist.

Nach erneuter rechtlicher Prüfung ist das Ergebnis, dass eine solche Regelung nach unserer Ansicht grundsätzlich unzulässig ist. Auch der Mustervertrag des Deutschen Bühnenvereins enthält eine solche Klausel (des Stillschweigens!) nicht. All das schließt jedoch nicht aus, dass es im Einzelfall doch eine zulässige Möglichkeit einer solchen Vereinbarung geben kann.

Wir werden das Thema im Verband in den Gremien noch einmal aufrufen, zudem werden unsere Juristen in ihrer Beratung und in den Fortbildungsangeboten auf die grundsätzliche Unzulässigkeit hinweisen.”

Hallo, ich bin Sören Fenner, der Gründer von Theapolis. Ich möchte Dir zu dieser Frage eine sehr persönliche Antwort geben:

Während meiner Karriere als Musicaldarsteller bekam ich einmal das Angebot, in einer großen En-Suite-Musical-Produktion mitzuwirken. Ich hatte keine Ahnung über die Gagen an dem Haus, das finanzielle Angebot schien mir gut zu sein.

Sicherheitshalber stöberte ich in den Veröffentlichungen des Hauses und fand einen Kollegen, mit dem ich zusammen die Ausbildung gemacht hatte. Wir hatten uns mehr als drei Jahre lang nicht gesprochen. Ich fasste mir ein Herz und rief ihn an. Ich sagte ihm, dass ich vielleicht demnächst an seinem Haus arbeiten würde – und deutete die Gagen an, die man mir angeboten hatte.

Er reagierte unglaublich offen und kollegial – und nannte mir nicht nur seine Gagen, sondern auch noch weitere Verhandlungsmöglichkeiten bezüglich Sonderzahlungen, Spesen, Wohn- und Umzugskostenerstattung und vieles mehr, was an diesem Theater möglich sei.

Nach diesem Telefonat ging ich mit großer Gelassenheit in die Vertragsverhandlungen. Durch die Informationen meines Kollegen wusste ich, dass ich ein relativ faires Angebot erhalten hatte – es aber noch Luft nach oben gab. Ich konnte also etwas mehr Gage fordern, ohne das Gefühl zu haben, unverschämt zu sein. Denn ich wusste: Die Summen, die ich forderte, wurden dort in ähnlichen Fällen bezahlt.

Obwohl dieses Erlebnis mehr als 20 Jahre her ist, bin ich meinem Kollegen bis heute sehr dankbar für seine Kollegialität und Offenheit. Ich muss aber auch gestehen, dass dieses Erlebnis ein Einzelfall war. Normalerweise hatte ich nicht die Möglichkeit, auf solche Erfahrungen schnell zurückzugreifen. Denn es muss ja immer schnell gehen, wenn man ein Vertragsangebot erhalten hat. Und in anderen Fällen haben Kolleg*innen auch nicht so offen über ihre Gagen mit mir gesprochen – oft mit dem Hinweis darauf, dass sie das ja auch vertraglich nicht dürften.

Daher ist diese gute Erinnerung sicherlich Teil des Impulses, jetzt den Schritt zu gehen, und das Projekt “Gagenspiegel” bei Theapolis zu starten. Um vielen Kolleg*innen die Möglichkeit zu geben, von solchen Erfahrungen zu profitieren. Allerdings hängt das gesamte Projekt davon ab, ob die Kolleg*innen bereit sind, ihre Informationen zu teilen. So wie damals mein Kollege.

Denn wir von Theapolis beweisen zwar seit 20 Jahren täglich mit unserem Theater-Stellenmarkt, dass wir in der Lage sind, Informationen zu sammeln, zu verwalten und richtig weiterzugeben. Tausende von Theatern und Theaterleuten vertrauen uns. Aber “herzaubern” oder “backen” können wir diese Informationen nicht. Sie müssen wirklich vorhanden sein und uns anvertraut werden. In der Gewissheit, dass wir dadurch gemeinsam etwas Gutes für die Mitglieder erreichen. Das ist der Geist von Theapolis.

Load More

Hier geht’s zurück zu Theapolis:

Theapolis

Log in or Sign Up